Unsere Motivation
Grundsätzliches
Die Gründer*innen der NeuWald gGmbH sind sich einig darin, dass die Klimakrise eine der größten Herausforderungen jetzt und in der Zukunft darstellt. Ganz sicher braucht es regulatorische Maßnahmen weltweit, um die Tendenzen aufzuhalten oder abzumildern, aber das Wenige, was der oder die Einzelne dazu beitragen können, wollen wir tun.
Warum der Wald als Aktionsfläche? Er bietet sich an, weil er ca. ein Drittel der Fläche Deutschlands bedeckt, weil er CO2 bindet und entscheidend zur Luftverbesserung beiträgt, wenn er gesund ist, weil es ihm in großem Ausmaß schlecht geht, weil es nur noch weniger als ein Fünftel gesunde Bäume in Brandenburg gibt, weil es direkt vor unserer Haustür genug zu tun gibt, weil jederzeit nachvollziehbar ist, was und wie und wo gearbeitet wird.


Die NeuWald-Idee
Wir übernehmen die Wiederaufforstung zerstörter Wälder und den Waldumbau auf kleinen meist privaten Waldstücken; wir schaffen damit resiliente „Waldinseln“ mit Mischwald und Waldsäumen und fördern so die Bio-Diversität. Da wir das gesamte System „Wald“ im Blick haben und nicht die wirtschaftliche Verwertbarkeit, können überlebensfähige Biotope entstehen.
Die ersten Erfolge auf der abgebrannten Fläche in Klausdorf nach zwei Jahren stimmen uns verhalten optimistisch.

Adressaten
Auch wenn die Verantwortlichen bei Bund, Ländern und Kommunen das Problem erkannt haben und den Waldumbau in staatlichen Forsten organisieren, geschieht es jedoch auf der Hälfte der gesamten Waldfläche Deutschlands, die in Privatbesitz ist, nur recht zögerlich oder gar nicht. Wir wenden uns nicht an Großgrundbesitzer, sondern dezidiert an die privaten Besitzer kleiner Waldflächen von durchschnittlich 3 Hektar, die gerne ihr Waldstück umbauen würden, aber dies aus verschiedenen Gründen nicht selbst leisten können. Oft scheitert es auch an den gewaltigen bürokratischen Hürden für einen Förderantrag, der nur einen Teil der Kosten abdeckt und mit vielen Auflagen verbunden ist.
Die Umsetzung
Die Waldbesitzer*innen geben der NeuWald ein Nachhaltigkeitsversprechen, das garantiert, dass der gepflanzte oder umgebaute Wald nachhaltig und im Sinne des Artenschutzes bewirtschaftet wird, kein Kahlschlag – auch nicht nach 30 Jahren – stattfindet und Tiere und Pflanzen in einem gesunden Gleichgewicht gedeihen können.
Die NeuWald gGmbH übernimmt Organisation und Durchführung der Renaturierung.
- Sie plant das Vorhaben und kommuniziert mit den jeweiligen Revierförstern und Waldnachbarn.
- Sie organisiert Sichtung, Auslichtung und Abtransport der zu fällenden Bäume.
- Sie berechnet und beauftragt den Bau der Zaunelemente.
- Sie organisiert ehrenamtliche Helfer*innen für den Zaunaufbau, das Säen und Pflanzen.
Für die Waldbesitzer*innen entstehen Kosten für Auslichtung, Abtransport und den Wildzaun (zur Zeit 14,00€ pro Laufmeter, zzgl. 7% Mehrwertsteuer), die zumindest teilweise durch den Verkauf der gefällten Stämme kompensiert werden können, so dass der Eigenanteil relativ niedrig gehalten werden kann. Für den Fall, das jemand gerne den Waldumbau betreiben möchte, aber die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, möchten wir mithilfe von Spendengeldern die Maßnahme mitfinanzieren. Dafür suchen wir weiterhin Spender*innen, die uns dabei unterstützen.
Das Rücken
Eine Methode, die dem Wald keinen Schaden zufügt
Zu eng stehende Bäume fällen und die Stämme anschließend aus dem Waldstück entfernen (Äste und kleinere Stämme bleiben aus ökologischen Gründen liegen) ist eine schwere Arbeit, die in den allermeisten Fällen mit Holzvollerntern, sogenannten Harvestern durchgeführt wird. Diese tonnenschweren Maschinen arbeiten zwar schnell, haben aber große Nachteile: Man hat nachgewiesen, dass fast jeder zweite Baum entlang der Fahrspur von Erntemaschinen Verletzungen zeigt, Pilze können so leichter eindringen und über Wurzelverflechtungen auf weitere Bäume übergreifen. Die Bodenverdichtung bei Einsatz von Holzvollerntern verhindert Wasser- und Luftaufnahme im Boden. In der Folge nimmt die Zahl humusbildender Organismen ab. (Quellen: Wikipedia, ARD Wissen).
Deshalb – und auch, weil wir keine komplette „Waldernte“ betreiben, setzen wir auf die schonende Methode des Rückens durch Rückepferde und nur, falls kein Pferderücker verfügbar ist, auf leichtes forstwirtschaftliches Gerät.
Die Rückepferde
Wir hatten das Glück, in der Nähe unseres link>Projekts in Altgolßen einen der letzten Pferderücker aus der Gegend engagieren zu können. Douke Eckman hat mit seinen Rückepferden jeweils in zwei Tagen alle großen Baumstämme aus den Flächen auf schonende Weise herausgezogen. Es freut uns sehr, dass Douke diese altbewährte Methode praktiziert, und mehr noch, dass es Anzeichen dafür gibt, dass der Beruf des Pferderückers in letzter Zeit wieder an Bedeutung gewinnt.
zusätzlich link zum Film>Projekt Trebitz
Der NeuWald-Wildzaun
Unser Wildzaun: Er schützt, solange nötig und entsorgt sich selbst.
Rund um eine renaturierte Fläche muss für einige Zeit ein Zaun aufgestellt werden, um die neuen Pflanzen und Schößlinge vor Wildverbiss zu schützen und ein Aufwachsen von verschiedenen Baumarten überhaupt erst zu ermöglichen. Traditionell erfolgt das mit Pfosten und Metallgittern, die nach 10-15 Jahren wieder entfernt werden müssen, meist unter Maschineneinsatz, weil alles stark eingewachsen ist.
Konzeption
Wir suchten nach Möglichkeiten, wie man einen Schutzzaun nur aus natürlichen Materialien bauen kann, ohne Schrauben oder sonstige Metallteile, der 10 -15 Jahre stabil steht und sich danach selbst entsorgt. Zudem sollte der Aufbau möglichst einfach bewerkstelligt werden und schließlich – wer wäre in der Lage, die benötigten Zaunelemente in großer Stückzahl zu vernünftigen Konditionen industriell zu fertigen?Nach einigen Entwürfen und Diskussionen stand fest, dass es Zaunelemente aus Holzleisten sein sollen, die am Boden dichter, nach oben hin weiter gesetzt und durch schräge Stützen fixiert werden. Die Verbindung der Elemente soll mit Holzdübeln erfolgen.
Foto>Zaunentwurf von der Website
Umsetzung
Mit dem link>Ökokombinat Bad Belzig und seinem Geschäftsführers Maik Nowak fanden wir einen idealen Partner, der mit seinem Unternehmen Naturschutz und Nachhaltigkeit lebt. In seiner Werkstatt konnten wir einen Prototypen entwickeln, der dann anschließend noch so modifiziert wurde, dass die Produktion an die Erfordernisse einer industriellen Fertigung in einem Sägewerk angepasst wurde.
Fotos von der Website> 1. Männer bei der Arbeit, 2. Fertigung im Ökokombinat
Aufbau
Das Ökokombinat liefert die fertig produzierten Zaunelemente direkt an unsere „Baustellen“ und hier braucht es dann die freiwilligen Helfer*innen, die abladen, tragen (selbst bei strömendem Regen), aufbauen, dübeln, hämmern und schließlich noch die Schrägen mit Seilen festzurren.
Fotos1-10
Der Zaun steht auf dem Waldboden wie ein Stuhl und wird nicht in den Boden geschlagen, weil die Pfosten sonst zu schnell verrotten würden. Dennoch ist er stabil, wie die Fotos von unserem Projekt in Altgolßen zeigen. Allerdings war das Bohren der Löcher für die Holzdübel recht aufwendig, das Einschlagen der Dübel manchmal mühselig. Deshalb wurde einerseits der Zaun durch stärkere Stützlatten und viele Doppelnagelungen optimiert und andererseits konnten wir durch Dauerleihgaben einiger Firmen den Aufbau deutlich vereinfachen. Hierzu gehören ein (link>Spenden) Druckluftnagler für hölzerne Nägel, ein mobiler Kompressor und eine mobile Akku-Stromversorgung. Diese Hilfen machen den Aufbau sehr viel schneller und effektiver und sind eine große Hilfe bei der Arbeit. Vielen Dank an die Spender!
